Rote Flüh Südverschneidung

Auch A1 will geübt sein Eine Fünfer-Route mit Siebener-Einzelstelle will niemand, weder der Fünfer- noch der Siebener-Kletterer, zumal, wenn die Schlüsselstelle ein elend abgeschmierter Steilaufschwung ist. Mit einer VII – wem’s Spaß macht – ist der sicher nicht überbewertet. Aber auch, wer alpin bislang im IV. oder V. Grad unterwegs war und die Tour technisch gehen möchte, dürfte zu knabbern haben, wenn er im Klettern mit Trittschlingen nicht geübt ist. Genau das aber macht den Reiz der Tour aus: Sie ist ungewöhnlich, vielseitig, überraschend und eben bisweilen auch knifflig. Schlingen nicht vergessen!

Rote Flüh Südverschneidung

Am Ziel – Rote Flüh Südverschneidung

Rote Flüh Südverschneidung auf einen Blick

V/A1
Schwierigkeitsgrad
3 Std.
Kletterzeit
180m
Wandhöhe
250m
Kletterlänge
Süd-West
Wandexposition

Eckdaten zur Rote Flüh Südverschneidung

Gebiet Tannheimer Berge
Erstbegehung H. Kadner, v. Schwerin, v. Overkamp, 1919
Zu-/ Abstieg ↑ 3/4 Std., 100 Hm (ab Hütte), ↓ 1 1/2 Std. (zur Hütte)
Schwierigkeit V/A1 (frei VII), meist IV und V
Absicherung Gut abgesichert, zusätzliche Absicherung gut möglich
Material Express-Schlingen, Klemmkeile 4-8. 3-4 lange Schlingen, 50m-Doppelseil bei Nutzung der Abseilpiste
Stützpunkt Gimpelhaus

Zu- und Abstieg

Rote Flüh Südverschneidung

Die Südverschneidung der Roten Flüh

Zustieg:
Hinter dem Gimpelhaus bei den Wegweisern links auf schmalem Steig zum Wandfuß des Hochwieslers. In westlicher Richtung die gesamte Südwand des Hochwieslers queren, bis man auf einem kleinen Joch unvermittelt in die Südwand der Roten Flüh blickt. Die Südwand auf dem jetzt schmaleren Steig queren bis zu einem größeren Vorbau mit Gedenktafel des Seilschaftssturzes vom 8. März 1997. Um den Vorbau herum und von Westen her über gestufte Graspolster und leichten Fels auf diesen (I und II) zum Einstieg.

Abstieg:
Vom Ausstiegsplateau etwa 400 m weglos über Schrofen und Graspolster leicht ansteigend westwärts queren in Richtung frei stehender Felsen. Spätestens unmittelbar vor diesen stößt man auf den Friedberger Klettersteig, der direkt zu den Felsen führt (vom Gipfel hierher in 10 Min. westlich über gesicherte Steilstufe (Drahtseil) absteigen und queren). Die Steilstufe wird über Eisenstifte abgeklettert. Nach deren Ende etwa 20 Meter tief in das Kar absteigen zur Abseilstelle rechts (westlich) am Felsen (Kette). 2 x 45 m, teilweise überhängend, abseilen.

Nach Regen und im Frühjahr oft nass. Achtung vor Steinschlag! Nach der zweiten Abseillänge einige Meter nach rechts (Osten) queren (II) zur letzten Abseilstelle (30 m). Auf dem Steig entlang des Wandfußes nur wenige Meter ostwärts zum Einstieg queren. Gegenüber der Alternative »Abstieg über Normalweg zur Judenscharte und durchs Gimpelkar« (1 Std.) ist das Abseilen nicht schneller, ermöglicht aber ein Rucksack- depot am Einstieg.

Gimpelhaus (1659 m)
Priv., bew. Anfang Mai bis Ende Oktober
220 L, 2–8-Bett-Zimmer
Tel. +43/(0)5675/82 51
www.tannheimertal.at/gimpelhaus
Nur wenige Gehminuten vom Gimpelhaus entfernt steht die kleinere und gemütlichere Tannheimer Hütte (1760 m): DAV Allgäu-Kempten, bew. Mitte Mai bis Ende Oktober, 18 L; Reservierung möglichst per Telefon, Tel. +43/(0)676/54 51 700 oder +43/(0)5675/20 101

Route Rote Flüh Südverschneidung

Rote Flüh Südverschneidung

Topo der Rote Flüh Südverschneidung

1. SL: Die Verschneidung gerade emporklettern (entspricht der Di- rektvariante), dann rechts haltend über IIer-Gelände. Im Weiteren nicht auf die Rampe (entspricht der Südwestkante), sondern wieder senkrecht hinauf zu einer glatten Felswand. Stand am Beginn einer Verschneidung.

2. SL: Die kaminartige Verschneidung senkrecht hinaufsteigen bis an deren Ende. Standplatz direkt unter dem absperrenden Überhang.

3. SL: Eine glatt polierte Platte links hinaufklettern (wer keinen Halt findet, überwindet mit Klemmkeil im Riss die ersten 4 Meter am besten technisch). Nach 10 m folgt eine ausgesetzte Hangelquerung nach links. An deren Ende über gestuftes Gelände hinauf zu einem Band steigen. Dort zwei Sanduhren mit Schlingen; Stand an der rechten Sanduhr.

 

4. SL: Auf dem Band etwa 8 m nach rechts queren. Dann mittels Schlingen die Steilstufe überwinden und schräg rechts zum Stand.

5. SL: Vom Stand weiterhin schräg rechts halten. Nun entweder die glatte Verschneidung ansteigen (VI–), oberhalb der Latschen queren und weiter rechts haltend zum Stand ums Eck am Fuß einer Rampe. Oder: Unteres Band (III–) unterhalb der Latschen nach rechts queren und erst danach senkrecht empor zum Stand an der Rampe.

6. SL: Die plattige Rampe gerade hinaufklettern und an deren Ende links in eine Verschneidung.

7. SL: Senkrecht steil hinauf bis zum Ausstieg am Grat. 4 m waagrecht queren zum Stand an der Südwandschlucht.

Gut zu Wissen
Wie überwindet man die Technopassage der 4. SL am besten? Zuvor Express-Schlinge in die Zentralschlaufe am Gurt hängen – das ermöglicht ein direktes Fixieren am Zwischenhaken und zwei freie Hände für das Einhängen der nächsten Schlinge in den nächsten Haken. Die 6. und 7. SL bieten noch mal schönste und bestens gesicherte Plattenkletterei.

Weiterweg zum Gipfel

Vom Stand unschwierig zum Ausstiegsplateau hinüber und weiter auf grasdurchsetzten Schrofen. In diesen direkt 30 Hm hinauf bis an den Fuß des Gipfelaufbaus. Drahtseilgesichert in 5 Min. auf dem Friedberger Klettersteig zum Gipfel der Roten Flüh (10 Min. vom Ausstieg).

Infos Kletter-Region Tannheimer Berge

Talort/Ausgangspunkt Nesselwängle, Materialseilbahn des Gimpelhauses (1150 m, direkt an der Kirche von der Durchgangsstraße nach Norden abbiegen, Seilbahn nach 200 m links, Parken am Straßenrand)
Anfahrt Von Reutte 10 km ins Lechtal bis Weißenbach und hier rechts über den Gaichtpass ins Tannheimer Tal; aus Osten oder Nordosten kommend über Oberjoch oder Grän ins Tannheimer Tal; mit der Bahn nach Reutte und weiter mit dem Postbus 4262 nach Nesselwängle
Stützpunkte Gimpelhaus (1659 m): priv., bew. Anfang Mai bis Ende Oktober, 220 L, 2–8-Bett-Zimmer; Tel. +43/(0)5675/82 51, www.tannheimertal.at/gimpelhaus Nur wenige Gehminuten vom Gimpelhaus entfernt steht die kleinere und gemütlichere Tannheimer Hütte (1760 m): DAV Allgäu-Kempten, bew. Mitte Mai bis Ende Oktober, 18 L; Reservierung möglichst per Telefon, Tel. +43/(0)676/54 51 700 oder +43/(0)5675/20 101
Hüttenzustieg 1. Std., 500 Hm
Karten BLVA »Füssen und Umgebung«, UKL 10, 1: 50 000 F&B »Ehrwald – Lermoos – Reutte – Tannheimer Tal«, WK 352, 1:50 000
Literatur »Klettern auf der Tannheimer Sonnenseite«, Toni Freudig – erhältlich im Gimpelhaus oder über www.freudig.de
»Kletterführer Allgäu incl. Tannheimer Tal«, Achim Pasold, Panico Verlag
Weitere Routen Gimpel
Südostwand »Führerroute« (III+)
»Südostkamin« (IV+)
»Alte Südwand mit Genießervariante« (V–)
»Neue Südwand« (VII– oder V+/A1)
Rote Flüh
»Direkte Südwand (VI oder V+/A0)»
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