Die Direkte Nordwand am Falscher Kogel

Vom Steinjöchle aus im Profil gesehen ist die Nordwand wenig spektakulär. Zu viele Absätze, Rampen und Bänder ziehen in heillosem Durcheinander durch die Wand und nehmen ihr jede klare Form. Umso größer die Überraschung, wie elegant die Direkte Nordwand ihre Linie durch die Wand findet. Weil obendrein das Gestein fester als erwartet ist, macht die Kletterei Lust auf mehr.

Falscher Kogel Direkte Nordwand

Die Direkte Nordwand am Falscher Kogel

Falscher Kogel, Direkte Nordwand auf einen Blick

V+
Schwierigkeitsgrad
2-3 Std.
Kletterzeit
180m
Wandhöhe
200m
Kletterlänge
Nord
Wandexposition

Eckdaten zur Direkten Nordwand am Falscher Kogel

Gebiet Lechtaler Alpen
Erstbegehung Raich, Bauer, Penz und Schillfahrt, 1968
Zu-/ Abstieg ↑ 3/4 Std., 300 Hm, ↓ 3/4 Std.
Schwierigkeit V+ (Stelle), meist IV+ und IV
Absicherung Ausreichend abgesichert, zusätzliche Absicherung gut möglich
Material Express-Schlingen, mittlere und größere Klemmkeile, Schlingen
Stützpunkt kein Stützpunkt

Vorausgesetzt allerdings, man ist nicht abhängig von bequemer Bohrhaken-Absicherung. Die Zwischensicherungen sind richtig alpin: ganze 2 Bohrhaken der ersten Generation auf 6 Seillängen. Weil aber die Normalhaken augenscheinlich noch recht gut sind und der feste Fels Klemmkeilfreundlich ist, wird’s doch ein recht sicheres Vorhaben. Kurzer Zustieg, deshalb als Halbtagestour zu empfehlen oder in Kombination mit der »Terrassenwanderung«.

Zu- und Abstieg:

Falscher Kogel Direkte Nordwand

Eine Schlüsselstelle in der Direkten Nordwand am Falscher Kogel

Zustieg:
Von der Passhöhe zunächst einige Meter bergab. Der Weg führt gemächlich ansteigend durch Latschenfelder und über freie Matten nach Osten auf das Steinjöchle (Rucksackdepot). Nordseitig etwas absteigen bis zu einer halbrunden Felsnische in einer Kehre.

Hier geradeaus über Schrofen 200 m zum Wandfuß queren. Der Einstieg ist nur wenig rechts vom tiefsten Wandfuß rot markiert.

Abstieg:
Über den Normalweg unschwierig ins Steinjöchle und auf dem Zustiegsweg zurück zur Passhöhe.

Gut zu Wissen
Bis auf den Ausstieg verlangt die Kletterei anhaltend den IV. und V. Schwierigkeitsgrad. Der sehr raue und feste Fels erleichtert das Steigen, der Kraftaufwand hält sich in Grenzen. Meist größere Hakenabstände verlangen Mut und sicheres Klettern im V. Grad. Die Schlüsselpassage dagegen – 8 m im oberen V. Grad – ist sehr gut abgesichert.

Route Direkte Nordwand

Falscher Kogel Direkte Nordwand

Topo Falscher Kogel

1.SL: Über eine schwach ausgeprägte Verschneidung leicht rechts empor auf ein Band.

2. SL: 2 m nach links queren und über Wasserstreifen senkrecht hinauf. Eine Verschneidung führt leicht rechts in grasdurchsetztes Gelände. Zuletzt senkrecht über Steilaufschwung auf einen Absatz.

3. SL: Senkrecht 15 m über plattige, schwarze Wasserstreifen empor. Auf einem Band 3 m nach links queren.

4. SL: Senkrecht über plattigen Fels hinauf.

5. SL: Leicht links in die Verschneidung. An deren Ende links hinaus und über senkrechten Riss auf einen Absatz.

6. SL:Zunächst senkrecht, nach 10 m anhaltend schräg rechts hinauf bis auf einen Absatz.

Weiterweg zum Gipfel

Vom Absatz wenige Meter auf eine Terrasse, die nach rechts in die Westflanke leitet. Deutliche Trittspuren führen ostwärts auf den Gipfel (10 Min.).

Weitere Infos zur Direkten Nordwand am Falscher Kogel

Talort/Ausgangspunkt Passhöhe Hahntennjoch (1984 m)
Anfahrt Von Imst oder aus dem Lechtal von Elmen auf der Hahntennjochstraße bis zur Passhöhe
Stützpunkt Kein Stützpunkt
Karten AVK »Lechtaler Alpen, Heiterwand«, Blatt 3/4, 1:25 000 F&B »Imst, Landeck, Telfs, Fernpass«, WK 252, 1:50 000 F&B » Lechtaler Alpen, Allgäuer Alpen«, WK 351, 1:50 000
Literatur »Kletterführer Lechtaler Alpen«, Dieter Elsner u. a., Panico Verlag, 3. Auflage 2010
Dieser Beitrag wurde in Kletterrouten veröffentlicht. Ein Lesezeichen auf das Permalink. setzen. Kommentieren oder einen Trackback hinterlassen: Trackback-URL.

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder weitergegeben. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Sie können diese HTML-Tags und -Attribute verwenden <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*
*